Vergesellschaftung, oder: Gedanken, nicht zu Ende gedacht ...

Aktualisiert: 7. Aug.

Leider erlebt man so einiges, sobald man anfängt, sich näher mit Hunden und ihren "Trainer*innen" zu befassen. Eine Geschichte, die ich nie vergessen werde, ist folgende:


Zwei Hunde sollen zusammen geführt werden. Hund A lebt bei Familie A. Hund B lebt bei Familie B. Die Familien besuchen einander regelmäßig. Somit wäre es natürlich schön, wenn auch die Hunde sich gut verstehen ...


Um das zu bewerkstelligen, hat ein "Trainer" folgenden Rat gegeben: "Nehmen Sie doch die Decke von Hund B und legen sie ins Körbchen von Hund A. Wenn Hund B dann zu Besuch kommt, kennt Hund A seinen Geruch schon."


So weit. So schlecht.


Denn, wenn man den Gedanken zu Ende denkt, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten:


Möglichkeit 1: Die Hunde verstehen sich bestens. Weil Hund A den Geruch von Hund B super findet. Immerhin kennt er den schon durch die Decke, die immer wieder mal in sein Körbchen gelegt wurde.


Möglichkeit 2: Hund A hasst Hund B. Weil er den Geruch schon kennt. Von dessen Decke. Die plötzlich in seinem Körbchen gelegen hat. Nicht einmal, sondern immer wieder. Hund A ist daher alarmiert: "Der Geruch eines fremdes Hundes! Was hat der hier verloren?"


Leider hat sich Hund A für Möglichkeit 2 entschieden. Er hat Hund B nicht "begeistert willkommen" geheißen, als er dessen Hintern zum ersten Mal vor der Nase hatte. Welch Überraschung! Wer hätte das gedacht? Wo doch alles "so gut vorbereitet" wurde...


Des Rätsels Lösung: Hund A geht anderen Hunden aus dem Weg, er hat nicht allzu viel Erfahrung mit ihnen. Im Übrigen ist er territorial. Offenbar fand er es daher gar nicht super, die Decke eines fremden Hundes an seinem Schlafplatz vorzufinden. Wieder und immer wieder. So lange, bis er des Hundes eines Tages leibhaftig ansichtig wurde ...


Daher bitte, auch an dieser Stelle wieder die Gebetsmühle: GLAUBEN SIE NICHT JEDEN UNSINN. Denken Sie Gedanken zu Ende. Bleiben Sie nicht auf halber Höhe stehen. Bei dem Ergebnis, das Sie "gerne hätten". Denken Sie über die eigene Nasenspitze hinaus. Wenn es schon Ihr "Hundetrainer" nicht tut ...


Oder würden Sie es gut finden, das Nachthemd einer fremden Frau in Ihrem Bett vorzufinden? Während Ihr Mann Ihnen erklärt, dass das gute Stück seiner Geliebten gehört? Weil er dachte, dass sie ihren Geruch schon mal kennen lernen sollten ... ?




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